Putins Krieg lässt Afrika aushungern

Über sechs Millionen Menschen sind aus der Ukraine geflohen, mehr als 700.000 von ihnen nach Deutschland – sie fliehen vor dem Krieg Putins, der das Land zerstört und ihnen die Hoffnung auf eine gute Zukunft nimmt.

Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um den Geflüchteten zu helfen und um diesen verbrecherischen Krieg zu beenden. Die Menschen in der Ukraine verdienen Frieden und Freiheit.

Die Folgen dieses Krieges enden aber nicht an den Grenzen der Ukraine. Er wirkt sich auf die ganze Welt aus. Neben den Konsequenzen der Covid-19 Pandemie verschärfen sich jetzt vermehrt Hungerkrisen im Globalen Süden, vor allem in Afrika.

Russland und die Ukraine haben vor dem Krieg eine Schlüsselposition in der weltweiten Versorgung mit Getreide eingenommen. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge importieren insgesamt 25 afrikanische Länder mehr als ein Drittel ihres Weizens aus Russland und der Ukraine. Bei 15 Ländern liegt der Anteil sogar bei über der Hälfte. Durch Zerstörung und Sanktionen sowie unterbrochene Transportketten bleiben diese Lieferungen nun aus.

Um das einmal deutlich zu machen: In Westafrika ist die Zahl derer, die akut vom Hungertod bedroht sind, zwischen 2007 und 2022 von sieben Millionen auf 27 Millionen gestiegen. Das ist bereits dramatisch. Durch den Ukrainekrieg und die ausbleibenden Nahrungsmittel könnte diese Zahl nun innerhalb kürzester Zeit auf 38 Millionen Menschen steigen, die akut hungern. Wir müssen jetzt handeln!
Auf Betreiben von Svenja Schulze, der SPD-Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, haben die G7-Staaten daher beschlossen, das Bündnis für globale Ernährungssicherheit ins Leben zu Rufen. Ziel des Bündnisses ist es, schnelle, wirksame und nach¬haltige Hilfe für die am härtesten betroffenen Länder und ihre Bevölkerungen zu leisten. Darüber hinaus soll es auch helfen, die Strukturen in Entwicklungsländern nachhaltig so zu verändern, dass diese sich künftig besser selbst versorgen können, statt vom Weltmarkt abhängig zu sein. Zentral wird dabei die Kooperation mit der Weltbank, der EU, den G7-Staaten sowie der Afrikanischen Union und den UN-Institutionen sein.
Es muss uns gelingen, den Hunger zu stoppen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Putins Krieg Afrika aushungert. Nur dann können wir ein gutes und gerechtes Morgen für alle erreichen!

Dieser Text erschien am 11. Juni 2022 in den Wetzlarer Nachrichten