Jahresbericht zum Index der menschlichen Entwicklung - Politik muss weltweit umdenken

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) beschreibt in seinem jüngsten „Bericht zur menschlichen Entwicklung“ einen fatalen Kreislauf von sich häufenden und gegenseitig multiplizierenden Krisen – Klimawandel, Kriege und die Folgen der Pandemie sind weltweit spürbar. In Europa steigen Lebenshaltungskosten und Energiepreise. Im Globalen Süden vermischen sie sich zu einem „Hurrikan des Hungers“, wie UN-Generalsekretär António Guterres es so drastisch aber treffend beschreibt, der Millionen von Leben bedroht.

2022 markiert das erste Mal in den 32 Jahren, in denen das UNDP diesen Bericht publiziert, dass der Index der menschlichen Entwicklung, der die Gesundheit, die Bildung und den Lebensstandard einer Nation misst, zwei Jahre in Folge gesunken ist. Über 90% Prozent aller Länder weltweit verzeichnen schlechtere Werte gegenüber dem Jahresbericht 2020.

Es ist deutlich: Es kann kein Weiter-So geben. Menschen fühlen sich hilflos ob der mannigfaltigen Herausforderungen. Es reicht nicht, wenn wir kurzfristig durch Subventionen den Benzinpreis senken oder Lebensmittelexporte organisieren. Diese Maßnahmen sind unumgänglich, aber es bedarf mehr: langfristiges und entschiedenes Handeln sind essentiell, wenn wir ein gutes Leben für alle ermöglichen wollen.

Wir müssen Menschen weltweit ermächtigen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und es konkret zu verbessern. Die Spirale der gefühlten und oft auch tatsächlichen Machtlosigkeit muss gebrochen werden. Wir haben keine andere Wahl, als unsere Art, Politik zu machen und Wirtschaft zu betreiben, zu ändern. Wir müssen global denken; Probleme nachhaltig und gemeinsam anpacken. Mit der UN 2030-Agenda und ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (englisch Sustainable Development Goals, SDGs) haben wir das Handwerkszeug dafür seit Jahren.

Die Bekämpfung von Armut in all ihren Formen, Zugang zu Bildung für jede und jeden sowie das Schützen unseres Planeten und seiner Ressourcen sind nicht nur bloße Handlungsaufträge in den SDGs. Sie geben uns klare Indikationen, was wir tun können, um schnell Fortschritte im Kampf gegen Ungleichheiten zu erzielen. Nur die konsequente Umsetzung der SDGs, nur eine globale Kooperation und entschlossenes Handeln können alle Menschen in die Lage versetzen, ihr Leben zu verbessern. Dann können wir die menschliche Entwicklung voranbringen und das gute Leben, das jede und jeder verdient, ermöglichen.

Hier der gesamte Bericht von UNDP.